Gabelöl wechseln / Federn tauschen

 

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Allgemeines:
Das Gabelöl sollte spätestens alle 2 Jahre gewechselt werden. Es sammelt sich Kondenswasser im Tauchrohr und somit ist Rostbefall die größte Gefahr für alle Teile!

Bevor Ihr irgendwie weiter schraubt, unterbaut das Mopped unter dem Motor, damit es nicht vornüber fällt, wenn Ihr beide Einsteller / Federn gleichzeitig ausbauen wollt. Ein Kern-Stabi ist hier die allerbeste Wahl.

Die folgende Beschreibung gilt für die 3 CW / CV, die 1 XJ  / TX und die 47 E (FJ 1100).

Die 3 YA hat keinen solchen Versteller. Wenn doch ist höchstwahrscheinlich die 3 CW Gabel drin.

Bild 1 - der Adapter
Bild 2
Bild 3

Vorgehensweise:

a. Ausbau der Stopfen

Die Kappen heraus ziehen und die Lenkerstummel beide demontieren und auf einem Tuch links u. rechts auf der Innenverkleidung ablegen. Dies ist absolut notwendig, damit Ihr die beiden Stopfen samt Stange nachher beim wieder Einbauen überhaupt sauber rein bekommt. Die Stummel sind nämlich so doof gebaut, dass sie Euch definitiv behindern und das spätere Eindrehen der Stopfen unmöglich machen.

Dann den Dämpfungseinsteller mit einem 12er Inbus ganz eindrehen so wie in Bild 2 (Pfeil) zu sehen ist. Klar, nun hat die Feder maximalen Druck. Macht aber nichts, denn Ihr braucht das "volle Fleisch", Bild 3 (Pfeil), um die im allgemeinen doch fest sitzenden Stopfen zu lösen. Irgendein Ochse hat bestimmt mal zeigen wollen, wie viel Kraft er doch hat und die Dinger fest geknallt.
Adapter, Bild 1, rein, Ratsche mit Nuß uffjesetzt und nach etlichen Umdrehungen (Feingewinde) springt Euch dann der Stopfen leicht entgegen - also Augen auf und nicht wie wild gedreht.
Merkt Euch die Stellung des Stopfens, also wie weit er herausspringt. Es sind nur ein paar Millimeter, aber die Erinnerung daran, wie weit, ist nachher beim wieder Einbauen ganz hilfreich.
Beim Herausziehen auf die große U-Scheibe und die kleine Feder auf der Stange achten. Sie dürfen auf gar keinen Fall in das Stand-/ Tauchrohr fallen. Sonst wäre ein komplettes Zerlegen der Gabel die notwendige Folge.

Zieht also den Stopfen samt Einstellstange, Feder und U-Scheibe sanft heraus und legt diesen beiseite. Die Stange darf nicht krumm werden! Da sie aus ALU ist könnt Ihr sie aber auch wieder sanft richten.

Nun könnt Ihr die Federn ganz leicht herausziehen und trocken wischen. Aber nehmt Euch einen Lappen schon beim Ziehen zur Hand, sonst saut Ihr Euer Mopped voll.
 

b. Gabelöl ablassen
Nun kommt die Öl - Ablaß - Schraube unten im Tauchrohr dran. Es gibt pro Tauchrohr zwei davon - eine sitzt seitlich und eine sitzt etwas tiefer noch nach hinten hin heraus.
Beides sind x-Schlitzschrauben und aus dem von den Japanern bekanntem weichen Material!!!
ALSO: Nehmt NUR den Schlagschrauber mit exakt passender Nuß zum Lösen dieser Schrauben!
Die Sch...dinger sitzen i.d.R. saufest und Ihr würdet sonst superschnell den Kopf der Schraube vermurksen und das Elend, also in der Reihenfolge

1. 2. 3.    4.
beim Yami-Händler
5.
bei Euch

nähme seinen Lauf. Ausbohren ......  Also keinen normalen Schraubendreher zum Lösen benutzen sondern

nehmt ausschließlich den Schlagschrauber zum Lösen.

Sorry ich kann´s nicht oft genug sagen!!

Nachdem Ihr nun - mit dem Schlagschrauber (nochemal ) - die hintere, tiefer liegende Schraube gelöst habt, stellt eine schöne große Schüssel drunter, denn wenn Ihr die Schraube heraus gedreht habt, kommt das Öl in großem Bogen gelaufen.

UND nur auf einer Seite die Schraube ganz herausdrehen, es sei denn Ihr habt zwei Schüsseln zur Verfügung.

Nun könnt Ihr es Euch im bequem machen und Euch ne gönnen, denn die Brühe muß richtig raus. Also Geduld.

Wenn nichts mehr tropft, mal die Gabel ein paar Mal nach li + re bewegen und wieder schauen ob noch was kömmt.
Eventuell sprüht Ihr noch ne geballte Ladung Bremsenreiniger von oben in die Gabel rein - löst auch den feineren Dreck und spült diesen raus.
Wenn nicht, könnt Ihr die Schraube wieder eindrehen und mit dem vorgeschriebenen Drehmoment 2 Nm!! "lauwarm" fest drehen und Euch der anderen Seite zuwenden.

Wenn beide Tauchrohre leer sind und die beiden Schräubchen (li. u. re.) wieder drin sind, kommt das Gabelöl wieder hinein.

Hier die Mengen lt. Rep.-Handbuch:
FJ 1100 - 424 cm³   /   FJ 1200 - 397 cm³   /   FJ 1200 - 449 cm³ (ab Bj. 91)

Hierfür besorgt Ihr Euch am besten eine schöne große Spritze mit 50 ml (cm³) Inhalt aus der Apotheke. Damit kann man bestens die Menge Aus(milli)litern.

 

c. Zusammenbau
Nun die Federn wieder hinein und der leichte Teil ist geschafft.

Jetzt jedoch kommt mit ziemlicher  Sicherheit eine Geduldsprobe auf Euch zu.
Denn nun müssen die beiden Stopfen mit ihren Stangen wieder eingesetzt /-dreht werden. und zwar wie folgt:

Zuerst den inneren Einsatz ganz nach oben drehen, also den, den Ihr vorhin mit dem 12er Inbus reingedreht habt. Das geht ganz einfach denn Ihr könnt ja das stufige Teil locker mit der Hand eindrehen.

Wenn Ihr Euch nun die Stange mal genau anschaut, seht Ihr, dass sie einen halbmondförmigen Querschnitt hat. Und genau dies führt zur der Geduldsprobe.
Die Stange muß nämlich (blind) in die unten im Tauchrohr befindliche Verstellscheibe eingeführt werden. Das Loch für die Stange sitzt zwar mittig in dieser Scheibe, nur durch die schräge Stellung der Gabel kann man den Stopfen nicht einfach so reinstoppen.
Vielmehr ist gaaaaaaanz viel Gefühl angebracht. Die Scheibe hat nämlich mehrere Löcher die Ihr mit der Stange treffen könnt und wo Ihr dann das Gefühl habt jupp dat isset.
Nein weit gefehlt, denn wenn Ihr nicht das richtige Loch gefunden habt geht die Stange nur schwer rein und was noch wichtiger ist der Stopfen steht oben noch viel zu weit heraus.
Denn wenn Ihr das richtige Loch gefunden habt, MUSS ! der Stopfen fast schon auf dem Standrohr oben aufliegen, also das Gewinde schon fast "packen". Erinnert Ihr Euch an den Anblick, als Ihr den Stopfen gelöst hattet?
Habt Ihr diesen Moment des absoluten Glücksgefühls erreicht, geht alles weitere fast wie von selbst. Einen kleinen Tropfen Öl auf den O-Ring des Stopfens, Adapter rein und mit der Ratsche sanft aber bestimmt nach unten drücken und gleichzeitig ein- und festdrehen. Um dem Stellkopf dann den letzten festen Hauch zu geben, nehmt den 12er Inbus und dreht den Versteller min. eine Stufe rein. Dann sitzt der Adapter saugend drin und kann nicht abrutschen.

Jetzt nur noch die Lenkerstummel wieder montieren und "FÄDDISCH" is dat ganze.

Mopped-Unterbauung weg und runter vom Hauptständer.

Wenn sich nun allerdings die Gabel anfühlt, als hättet Ihr ein stück Hartholz eingebaut, habt Ihr das richtige Loch für die Stange nicht gefunden und der ganze Quatsch geht  von vorne los. Lenker wieder ab, Stopfen raus, die garantiert verbogenen Einstellstangen fein richten und aufs Neue zusammen bauen. So ist es mir letztes Jahr 2 x ergangen, als ich die Federn getauscht habe. Im Ernst - ich habe das Ganze hier insgesamt 3 mal gemacht bis ich den Dreh raus hatte.

Euch also alles Glück und ein anbei.